Ein großer und viele kleine Schritte

    Ich habe meine Traumkamera verkauft.

    Ja. Vor einem Jahr hätte ich selbst nicht geglaubt, dass ich mit dieser Entscheidung glücklich sein kann. Aber ich sitze nun hier und bin alles Andere als unglücklich.

    Wenn man die Tech-Specs vergleicht, habe ich ganz klar einen Fehler gemacht. Aber das sind nur Buchstaben und Zahlen auf Papier.
    Die D3s war eine sehr schöne Spielwiese, auf der ich mich austoben konnte. Mal dieses, mal jenes ausprobieren und das im Grunde ohne Abstriche.
    Machen, falschmachen, nochmal machen, richtiger machen und langsam besser werdend in den Bereichen, die mich interessieren.

    Dadurch habe ich aber im Laufe des Jahres auch viel nachgedacht. Weniger Fotos, mehr mit dem Leben, der Arbeit und dem Studium beschäftigt, habe ich für mich gefunden, dass die D3s in Wahrheit nicht die richtige Kamera war.
    Ich hatte hohe Ansprüche. Zu hohe, wie ich sie eben immer habe. Ich erwarte zuviel und kann dann selbst nicht genug Zeit und Kraft aufbringen die Erwartungen die ich gestellt habe auch wirklich auszureizen.

    Klar, wer freut sich nicht mit dem Flaggschiff der Marke Nikon zu fotografieren? Die kann alles was man sich nur erhoffen kann.
    Aber bei mir entstand das Bedürfnis nach weniger. Minimalistischer. Zumindest in Ansätzen fängt das hier und da doch merklich an.

    Ein gutes Beispiel ist irgendwie auch Werkzeugwahl für meine Arbeit. Ich dachte mir nichts über Tastaturen früher. Solang sie benutzbar war, war mir alles recht.
    Ich hatte mir dann aus Interesse an „richtigen“ Tastaturen einfach mal das CodeKeyboard gekauft, und fand das auch ziemlich schön und angenehm damit zu schreiben, aber eine besondere „Offenbarung“ war das für mich nicht.


    Durch einen Glücklichen Zufall kam ich an das KBT 60% Pure. Das ist nochmal kleiner, ähnlich gut, und war letztendlich meine Wahl für die Arbeit.
    Es lenkt nichts von der wesentlichen Arbeit ab und für Terminal und vim völlig ausreichend. Viel mehr als das und den Browser benutze ich dann ohnehin nicht, und so ist alles auf das Wesentliche reduziert, der Tisch sieht aufgeräumt und eben minimalistisch aus.

    Aber ich schweife ab. Das Prinzip ist jedoch dasselbe.
    Die D3s ist Klasse, es gibt ohne Zweifel nicht viel Konkurrenz auf dem Gebiet.
    Ich wollte mich auch hier auf das Wesentliche reduzieren, was letztendlich die Art an Fotos sind, die ich mache.
    So kam ich zu dem Schluss, dass ich die Bilder mit der D3s machen kann, aber sie mir so viel mehr bietet als ich jemals nutzen kann oder möchte.

    Ich wollte weg von groß und schwer und mächtig, zu klein(er), leicht(er) und nicht-zu-sehr-weniger-mächtig.
    Da gab es ein paar Optionen, aber ich will hier nicht zu sehr ins Technische gehen.
    Die Kurzfassung: Die D610 ist zu sehr Consumerorientiert, die D800 zu wählerisch was Linsen betrifft und Pixel-Überladen für mich (derzeit). D4(s) ist derselbe Spaß wie die D3s, also ebenfalls keine Option.
    Übrig blieb letztendlich die sehr neue und umstrittene Df.

    Klein, leicht, keine Videofunktion. Auf den Retro-Stil legte ich nicht zu viel Wert, aber sie sieht neben meiner F3 nicht schlecht aus.
    Aber zurück zum Minimalismus. Ich denke eine Df kann man nicht als minimalistisch per sé nennen. Im Vergleich mit der D3s ist der Begriff aber doch angebracht.

    Ob sie wirklich DIE Kamera für mich ist, wird sich noch zeigen. Die ersten Schritte sind gemacht und ich bin sehr zufrieden 🙂

    4 Comments

    1. Find ich auch klasse….aber: Wie geht’s Dir nun nach einem weiteren Jahr?

      1. m_sc

        Huch, garnicht gesehen 🙂

        Ich vermisse nichts, es war eine gute Entscheidung gegen was Neues zu tauschen. Die paar mehr Megapixel finde ich einen guten Ersatz zu den vielen anderen Funktionen die ich ohnehin nicht nutze. Einzig der Autofokus koennte besser sein, aber das ist meckern auf hohem Niveau 🙂

    2. […] Seit dem ich meine geliebte D3s gegen die Nikon Df getauscht habe sind ein paar Jahre ins Land gegangen. Ich war von Anfang an begeistert. Modernerer Sensor, damit besseres Rauschverhalten, mehr Auflösung. Beim Autofokus musste ich etwas langsamer machen, der war nicht so gut, aber für meine Ansprüche in 90% der Fälle gut genug. Das andere Problem war, die Nikon Df hat nur einen SD-Karten-Slot. Ich hab nur eine Nikon Df. Ich wechsle regelmäßig meine Speicherkarten, um einem Fehler an der Stelle möglichst zu entgehen, aber was, wenn meine Df mal kaputtgeht? Was ist, wenn das auf einer Hochzeit passiert? Lange hab ich darüber garnicht, oder nur wenig nachgedacht, und nachdenken wollen. Bis jetzt war noch nie etwas, zum Glück. […]

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